Lebensdauer von Solarmodulen: Diese Merkmale sind entscheidend

Photovoltaik, Wallbox, Wärmepumpen

Photovoltaikmodule (PV-Module) sind nicht alle gleich. Was auf den ersten Blick wie identische schwarze Rechtecke aussieht, kann sich in der Praxis erheblich unterscheiden – sowohl in der Leistung als auch in der Lebensdauer.

Erfahren Sie, welche Merkmale über die Leistung und Lebensdauer Ihrer Solaranlage entscheiden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Warum nicht alle PV-Module gleich sind
  3. Leistung, Wirkungsgrad & Temperaturkoeffizient
  4. Glas-Glas vs. Glas-Folie: Welcher Aufbau lohnt sich?
  5. Herkunft und Herstellergarantie
  6. Worauf es beim Preis-Leistungs-Verhältnis ankommt
  7. Zusammenfassung und Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wirkungsgrad und der Temperaturkoeffizient bestimmen die tatsächliche Leistung unter realen Bedingungen – besonders wichtig bei hohen Temperaturen im Sommer.
  • Im Vergleich zu Glas-Folie-Modulen sind Glas-Glas-Module robuster gegen Umwelteinflüsse und können bis zu 30 Jahre oder länger halten – der Mehrpreis amortisiert sich oft über die Nutzungsdauer.
  • Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ergibt sich nicht aus dem günstigsten Kaufpreis, sondern aus den Kosten pro Kilowattstunde über 25+ Jahre inklusive Erträge und Wartung.

Warum nicht alle PV-Module gleich sind

Auf dem Markt für Photovoltaikmodule herrscht eine enorme Vielfalt, die für Laien und Laiinnen oft schwer durchschaubar ist. Während alle Module dasselbe Grundprinzip verfolgen – die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie –, unterscheiden sie sich erheblich in ihrer Bauweise, den verwendeten Materialien und der Fertigungsqualität. Diese Unterschiede haben direkten Einfluss auf die Effizienz, Langlebigkeit und letztendlich die Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage.

Ein qualitativ hochwertiges Modul kann über 30 Jahre hinweg konstant hohe Erträge liefern, während minderwertige Alternativen bereits nach wenigen Jahren deutliche Leistungseinbußen zeigen können. Die Wahl der richtigen Module ist daher eine der wichtigsten Entscheidungen beim Bau einer Photovoltaikanlage und sollte niemals allein auf Basis des Preises getroffen werden.

Leistung, Wirkungsgrad & Temperaturkoeffizient

Die technischen Kennzahlen eines Solarmoduls sind wie der Personalausweis für dessen Leistungsfähigkeit. Der Wirkungsgrad gibt an, wie effizient das Modul Sonnenlicht in Strom umwandelt. Moderne Module erreichen Wirkungsgrade zwischen 18 % und 23 %, wobei höhere Werte bedeuten, dass sie auf der gleichen Dachfläche mehr Strom erzeugen können.

Besonders wichtig ist der Temperaturkoeffizient, der oft übersehen wird. Dieser Wert beschreibt, wie stark die Modulleistung bei steigenden Temperaturen abnimmt. An heißen Sommertagen können Module Temperaturen von 70 °C und mehr erreichen. Ein Modul mit einem schlechten Temperaturkoeffizienten verliert dabei deutlich mehr Leistung als ein hochwertiges Modul.

Die Nennleistung eines Moduls wird unter standardisierten Testbedingungen (STC) gemessen, die in der Realität selten erreicht werden. Entscheidender ist daher die Leistung unter realen Bedingungen, die durch die Kombination aus Wirkungsgrad und Temperaturkoeffizient bestimmt wird. Qualitative Module zeichnen sich durch eine konstante Leistung auch bei schwankenden Wetterbedingungen aus.

Glas-Glas vs. Glas-Folie: Welcher Aufbau lohnt sich?

Der Aufbau Ihrer Solarmodule entscheidet maßgeblich über ihre Lebensdauer und Widerstandsfähigkeit. Glas-Folie-Module bestehen aus einer Glasscheibe auf der Vorderseite und einer Kunststofffolie auf der Rückseite. Diese Bauweise ist kostengünstiger, macht die Module aber anfälliger für Umwelteinflüsse und mechanische Belastungen.

Glas-Glas-Module hingegen sind auf beiden Seiten mit Glas versehen, was sie erheblich robuster macht. Sie sind unempfindlicher gegen Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und mechanische Beanspruchung durch Wind oder Hagel. Zudem bieten sie oft eine bessere Brandsicherheit und eine längere Lebensdauer von bis zu 30 Jahren oder mehr.

Ein weiterer Vorteil der Glas-Glas-Module ist der bifaziale Effekt. Bifaziale PV-Module sind eine innovative Technologie, denn mit ihr kann sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite Strom erzeugt werden. Dies wird durch die Nutzung von Solarzellen auf beiden Seiten des Moduls ermöglicht. Der Ertrag lässt sich dadurch um bis zu 30 % steigern.

Der Mehrpreis für Glas-Glas-Module amortisiert sich oft über die längere Nutzungsdauer und die geringeren Wartungskosten. Besonders bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder in Regionen mit häufigen Temperaturwechseln zeigen sich die Vorteile dieser Bauweise deutlich. Für Hausbesitzer und -besitzerinnen, die ihre Solaranlage als langfristige Investition betrachten, sind Glas-Glas-Module meist die bessere Wahl.

Herkunft und Herstellergarantie

Die Herkunft der Module und die damit verbundenen Garantiebedingungen sind entscheidende Faktoren für die Sicherheit Ihrer Investition. Etablierte Hersteller bieten in der Regel umfassende Garantien und haben eine nachgewiesene Erfolgsgeschichte in der Branche. 

Eine Produktgarantie von 20–30 Jahren ist mittlerweile Standard, während die Leistungsgarantie meist 25–30 Jahre beträgt. Dabei garantiert der Hersteller, dass das Modul nach 30 Jahren noch mindestens 80–85 % seiner ursprünglichen Leistung erbringt. Wichtig ist jedoch nicht nur die Länge der Garantie, sondern auch deren Durchsetzbarkeit. Ein Hersteller, der in zehn Jahren möglicherweise nicht mehr existiert, kann seine Garantieversprechen nicht einhalten.

Achten Sie daher auf die Firmengeschichte, die Finanzstabilität des Unternehmens und die Verfügbarkeit von Servicepartnern in Deutschland. Seriöse Anbieter für Photovoltaik in Hannover arbeiten ausschließlich mit renommierten Herstellern zusammen und können Ihnen bei Garantiefällen kompetent zur Seite stehen. Die Garantiebedingungen sollten klar definierte Leistungswerte und Prüfverfahren enthalten, nicht nur vage Formulierungen.

Worauf es beim Preis-Leistungs-Verhältnis ankommt

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden bedeutet nicht automatisch, das günstigste Angebot zu wählen. Vielmehr geht es darum, die Gesamtkosten über die gesamte Lebensdauer der Anlage zu betrachten. Ein vergleichsweise teures Modul kann sich durch höhere Erträge, eine längere Haltbarkeit der Solarmodule und geringere Wartungskosten als deutlich wirtschaftlicher erweisen.

Berechnen Sie die Kosten pro Kilowattstunde über die gesamte Laufzeit der Anlage. Dabei sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen: 

  • Anschaffungskosten
  • Zu erwartende Erträge basierend auf Wirkungsgrad und Degradation
  • Wartungskosten
  • Wahrscheinlichkeit von Ausfällen

Ein hochwertiges Modul mit 0,5 % jährlicher Degradation ist langfristig wirtschaftlicher als ein günstiges Modul mit 0,8 % jährlicher Degradation.

Zusätzlich sollten Sie die Komplettkosten Ihrer Solaranlage im Blick behalten. Wenn Sie planen, in Zukunft ein Elektrofahrzeug zu laden, macht eine professionelle Wallbox-Installation in Hannover in Kombination mit einer hochwertigen Photovoltaikanlage durchaus Sinn. Die Synergie zwischen effizienten Solarmodulen und intelligentem Energiemanagement kann die Wirtschaftlichkeit Ihrer gesamten Energieanlage erheblich steigern.

Zusammenfassung und Fazit

Die Auswahl der richtigen Photovoltaikmodule ist eine komplexe Entscheidung, die weit über den reinen Kaufpreis hinausgeht. Technische Kennzahlen wie Wirkungsgrad und Temperaturkoeffizient bestimmen die tatsächliche Leistung unter realen Bedingungen, während die Bauweise über die PV-Module-Lebensdauer entscheidet. Glas-Glas-Module bieten dabei meist die beste Balance aus Haltbarkeit und Leistung.

Die Herkunft und die Garantiebedingungen sind ebenfalls entscheidende Faktoren für die Sicherheit Ihrer Investition. Setzen Sie auf etablierte Hersteller mit nachgewiesener Erfolgsgeschichte und durchsetzbaren Garantien. Das scheinbar beste Preis-Leistungs-Verhältnis ergibt sich erst durch die Betrachtung der Gesamtkosten über die komplette Lebensdauer der Anlage.

Lassen Sie sich von einem erfahrenen Fachbetrieb wie dem unseren beraten. Wir können verschiedene Modultypen objektiv bewerten und berücksichtigen dabei Ihre individuellen Bedürfnisse und örtlichen Gegebenheiten. Denn wir wissen: Eine gut geplante Solaranlage mit hochwertigen Modulen ist eine Investition, die sich über Jahrzehnte auszahlt und einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet.

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